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Giardino di Ninfa

Auf dem Rückweg von Apulien führte unsere Reiseroute nicht von ungefähr an dem 'Garten von Ninfa' vorbei.

Über das EGHN, Garden Heritage Network bin ich auf diesen außergewöhnlichen Garten aufmerksam geworden und wir durften, genau an meinem Geburtstag, in diesen Garten photographieren.

Bei unserer Ankunft hat es in Strömen geregnet und wir konnten unsere Kameras kaum herausholen. Untergestellt in einem kleinen Häuschen lauschten wir dem Regen, dem Rauschen des Flusses Ninfa und dem vielfältigen Gemurmel der kleinen Wasserfälle und Rinnsale. Lauro Marchetti, Direktor der 'Fondazione Roffredo Caetani' lief durch den Regen und verteilte Futter an die vielen Vögel, die im Park leben, da der Mai ungewöhnlich kalt und nass war und somit nicht genug Futter für die Jungvögel zur Verfügung stand. Er nahm sich die Zeit uns auf die Musik des Wassers aufmerksam zu machen, die wie eine Komposition gestaltet ist und erzählte uns auch von einem Flügel, in einem der Gebäude, auf denen Franz List gespielt haben soll.

Musiker, Schriftsteller und Maler kommen aus der Familie Caetani, die ihren Garten 1977 in eine Stiftung umwandelten.

Die Rosenblüte war auf ihrem Höhepunkt und einige Rambler kletterten bis in die Spitzen der höchsten Bäume. Im Bambuswald glänzten Farne und Moos und knorrige Äste von Wisterien umklammerten die alten Mauern.

Wenn die Kirschbäume, der Blauregen und die Magnolien blühen muß es zu einem Farbrausch im Garten kommen, dafür braucht es eine Italienreise im Frühling.

 

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"Schon in der Antike florierte die südlich von Rom gelegene Stadt Ninfa. In den Schriften von Plinius dem Älteren ist von einem wunderbaren Ort mit vielen Wasserquellen die Rede. Nicht von ungefähr leitet sich der Name „Ninfa“ von den Nymphen der Antike ab, den guten Geistern des Wassers. Eine weitere Blüte erlebte Ninfa als Sitz der Adelsfamilie Caetani im 12. Jahrhundert. Doch 200 Jahre später lag die Stadt am Boden, denn fast alle Einwohner waren Bürgerkriegen oder der Malaria zum Opfer gefallen. Erst im 20. Jahrhundert entdeckten Frauen aus drei Generationen der Caetani-Familie Ada, Marguerite und Lelia die Schönheit dieses Ortes wieder und legten einen idyllischen Garten auf den mittelalterlichen Ruinen der Stadt an. Seitdem ranken sich Gewächse verschiedenster Farben und Formen, wilde Natur und Zierpflanzen um die malerischen Mauerreste. Durch den Garten fließt der Fluss Ninfa. Um den Flusslauf und den Grundriss der mittelalterlichen Stadt herum erstreckt sich der Garten: im Norden begrenzt durch das große Staubecken und ringsum von den ehemaligen Stadtmauern eingefasst. Die Wege führen zu den wichtigsten Bauwerken wie dem Wehrturm, dem Rathaus oder den Kirchen San Giovanni und San Biagio, zum Zollgebäude oder zur Schlachthofbrücke dem Abschluss des Gartens im Süden. Lelia war Malerin, deshalb war für sie Ninfa eine Art Laboratorium: ein lebendiges, freies, spontanes und natürliches Labor, in dem es keine Regeln gibt. So ist auch kein formaler italienischer Garten entstanden, sondern verschiedenste Einflüsse spiegeln sich darin wider. Die drei Frauen pflanzten neben Zypressen, Eichen, Pappeln und Zedern auch viele exotische Arten wie japanischen Fächerahorn, chinesischen Bambus oder amerikanische Magnolien. Seit Lelias Tod im Jahre 1977 wird der Garten von einer Stiftung instand gehalten" (Text: arte)

Weitere Bilder zu diesem Garten bei meiner Bildagentur FocusOnGarden/FloraPress.

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Kommentare: 3
  • #1

    Claudia (Donnerstag, 24 Oktober 2019 11:08)

    Soooo schön, ich war in diesem Garten vor über 20 Jahren und hatte ihn völlig au sden Augen verloren. Jetzt ist alles wieder da. Dank Deiner zauberhaften Bilder. DANKE.

  • #2

    Daniela / vonREISENundGAERTEN.de (Freitag, 25 Oktober 2019 09:20)

    Tolle Bilder, liebe Sibylle!

  • #3

    Thomas Vollmert (Sonntag, 27 Oktober 2019 22:16)

    Liebe Sybile,
    was für ein traumhafter Garten. Du hast ihn natürlich wieder in perfekten Bildern festgehalten. Ich habe den Spaziergang durch diesen Garten sehr genossen !!
    Gartengrüße aus dem herbstlichen Garten im Sauerland
    Thomas